Traditionen und Kuriositäten

Vicente Melo Durá – Ein Künstler, den kaum jemand kennt

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Valencia ist seit jeher eine Stadt der Künstler.

Doch nicht jeder, der über Jahrzehnte hinweg mit seiner Kreativität das Bild einer Epoche mitprägt, wird auch einem breiten Publikum bekannt.

Vicente Melo Durá gehört zu diesen Künstlern, deren Arbeit vielen Menschen begegnet sein dürfte, ohne dass sie seinen Namen kennen.

Schon als Kind begeisterte er sich fürs Zeichnen.

Die verschiedenen Techniken brachte er sich selbst bei und entwickelte seine Fähigkeiten mit viel Neugier, Geduld und Leidenschaft.

Die ersten Schritte in der Welt der Comics

Seine ersten beruflichen Arbeiten entstanden bereits in jungen Jahren in Barcelona.

Zunächst arbeitete er für den Verlag Marcos, bevor er zu Toray wechselte. Dort begann seine eigentliche Laufbahn in der Welt der Comics und Illustrationen.

Für Toray zeichnete er unter anderem Veröffentlichungen und Hefte aus verschiedenen Comicreihen für Mädchen.

Aus persönlichen und beruflichen Gründen verwendete er dabei zeitweise das Pseudonym Claudia.

Seine Identität als Zeichner blieb jedoch nicht für immer verborgen. Als er nach Valencia zurückkehrte, um bei einer anderen Werbeagentur anzufangen, wurde bekannt, wer hinter diesem Namen steckte.

In dieser Zeit lernte er den Szenaristen Quesada kennen, den Bruder des bekannten spanischen Comiczeichners Miguel Quesada.

Daraus entwickelte sich eine langjährige Freundschaft. Zwar öffnete ihm diese Bekanntschaft nicht unmittelbar die Türen der großen Verlage, doch Miguel Quesada nahm Kontakt zu ihm auf.

Damit begann eine Zusammenarbeit, die sich über viele Jahre erstreckte.

Gemeinsam schufen sie Comics, Geschichten und Illustrationen für den spanischen Markt und für ausländische Auftraggeber.

Kreative Zusammenarbeit neben dem Berufsalltag

Später arbeiteten sie auch mit dem Zeichner Salvador zusammen, der inzwischen leider verstorben ist.

Die gemeinsamen Projekte entstanden neben ihren eigentlichen Berufen – abends, an Feiertagen und während der Ferien.

Die Arbeitsteilung war dabei klar: Die Zeichnungen wurden zunächst mit Bleistift angelegt und anschließend von Vicente Melo Durá mit Tusche ausgearbeitet.

Diese sogenannte Reinzeichnung verlieh den Illustrationen ihre endgültige Kontur und Ausdruckskraft.

Tagsüber arbeitete Melo Durá bei der Werbeagentur CID. Dort blieb er insgesamt 35 Jahre tätig und gestaltete Tausende Anzeigen für Zeitungen und andere Printmedien sowie Werbekampagnen für bekannte Marken.

Zu den Auftraggebern gehörten unter anderem die Jeansmarke Lois, der Süßwarenhersteller Turrones El Lobo, die Käsemarke Rocinante und die Kaufhäuser Almacenes Gay.

Seine Arbeit bewegte sich damit zwischen zwei kreativen Welten: auf der einen Seite Comics und Erzählillustrationen, auf der anderen Seite die kommerzielle Gestaltung und Werbung.

Mit Vicente Melo Durá wird auch eine besondere Geschichte aus der spanischen Werbewelt verbunden.

Während manche Stimmen die Gestaltung des Lois-Symbols einem niederländischen Künstler zuschreiben, wird in seinem Umfeld Vicente Melo Durá als tatsächlicher Urheber genannt.

Diese Zuschreibung gehört zu seiner persönlichen Geschichte und zeigt zugleich, wie häufig die Namen der kreativen Köpfe hinter bekannten Marken im Hintergrund bleiben. Gerade in der Werbebranche stehen oft die Produkte und Unternehmen im Mittelpunkt, während die Gestalter selbst kaum öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.

Nach vielen Jahren zurück zum Zeichnen

Nach seiner vorzeitigen Pensionierung legte Vicente Melo Durá den Bleistift für mehr als 15 Jahre beiseite.

Eine lange Zeit für jemanden, dessen Leben so stark vom Zeichnen geprägt gewesen war.

Während der Pandemie fand er jedoch zu seiner alten Leidenschaft zurück.

Seitdem hat er zahlreiche neue Illustrationen geschaffen, die er häufig auf Facebook veröffentlicht.

Das Zeichnen ist für ihn mehr als ein kreativer Zeitvertreib.

Es bietet ihm eine Möglichkeit, Abstand von den Sorgen des Alltags zu gewinnen und sich wieder ganz auf etwas zu konzentrieren, das ihm seit seiner Kindheit Freude bereitet.

Dabei geht es auch darum, sich die eigene Begeisterung zu bewahren und nicht zuzulassen, dass das Alter die Neugier und die schöpferische Kraft verdrängt.

Solange der Geist aktiv bleibt, möchte er weiterzeichnen.

Eine Leidenschaft, die nie ganz verschwunden ist

Die Geschichte von Vicente Melo Durá erzählt von einem Künstler, der über Jahrzehnte hinweg kreativ tätig war, ohne selbst im Rampenlicht zu stehen.

Seine Arbeit führte ihn vom Comicverlag über die Illustrationsbranche bis in die Welt der Werbung.

Und obwohl er zwischenzeitlich viele Jahre nicht mehr zeichnete, fand er schließlich zu seiner Leidenschaft zurück.

Vielleicht ist genau das die schönste Botschaft seiner Geschichte: Kreativität kennt keinen festen Zeitplan.

Manchmal begleitet sie uns ein Leben lang, manchmal legt sie eine lange Pause ein – und manchmal genügt ein neuer Anfang, um sie wieder zum Leben zu erwecken.

Vicente Melo Durá zeichnet weiter. Und solange er den Stift in die Hand nimmt, bleibt auch die Freude am Zeichnen lebendig.

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