Juanma Molina: Ein Valencianer bringt Valencia und die Schweiz in eine Paella. Der Teilnehmer für die Schweiz beim World Paella Day
Es gibt Geschichten, die irgendwie perfekt zum World Paella Day passen. Die von Juanma Molina gehört definitiv dazu: Der Koch, der die Schweiz bei diesem internationalen Paella-Wettbewerb vertritt, stammt nämlich ursprünglich aus Picaña bei Valencia.
Vor rund drei Jahren beschloss Juanma, seinem Leben eine völlig neue Richtung zu geben. Damals arbeitete er im Homeoffice und beendete seinen Arbeitstag gegen 15:30 Uhr. Die freien Nachmittage nutzte er zunächst ganz unkompliziert für ein neues Hobby: Er wollte für seine Freundin schöne Abendessen zubereiten.
Doch aus den ersten Kochversuchen wurde schnell mehr.
Juanma begann, sich immer intensiver für die Welt der Gastronomie zu interessieren. Er beschäftigte sich mit Rezepten, Produkten und Zubereitungstechniken und entdeckte eine immer größere Leidenschaft für das Kochen.
Schließlich stellte er sich die Frage: Warum nicht das Hobby zum Beruf machen?
Von Picanya in die Schweiz
Für den nächsten Schritt bot sich die Schweiz an. Juanmas Mutter lebt bereits seit rund 15 Jahren dort. Er selbst kannte das Land vor allem von seinen Ferien und hatte dadurch bereits einen gewissen Bezug zur Schweiz.
Die Idee war allerdings ein großer Schritt: gemeinsam mit seiner Freundin in die Schweiz zu gehen und dort beruflich ganz neu anzufangen.
Nach einigen Überzeugungsversuchen war auch seine Freundin mit an Bord – und das Abenteuer Schweiz konnte beginnen.
Mit Unterstützung seiner Mutter gelang Juanma der Einstieg in die Gastronomie. Seine ersten Erfahrungen sammelte er als Küchenhilfe in der Bodega Española.
Dort lernte er Dani kennen, seinen Mentor, der ihn in die Besonderheiten einer professionellen Restaurantküche einführte und ihn auf seinem Weg begleitete.
Denn natürlich ist es etwas anderes, zu Hause ein besonderes Abendessen für die Freundin zuzubereiten oder in einer professionellen Küche zu arbeiten, in der jeder Handgriff sitzen muss.
Juanma lernte schnell, sammelte Erfahrung und arbeitete anschließend unter anderem in den Restaurants Sablier und Char. Heute ist er wieder in der Bodega Española tätig – inzwischen als Chef de Partie.
Aus einer Leidenschaft, die vor einigen Jahren nach Feierabend begonnen hatte, war also ein Beruf geworden.
Eine Paella zwischen See und Bergen
Und dann kam der World Paella Day.
Für seine Teilnahme wollte Juanma nicht einfach irgendeine Paella zubereiten. Seine Kreation sollte auch zu seinem heutigen Leben passen – zu seiner valencianischen Herkunft und zu seiner neuen Heimat Schweiz.
So entstand seine „Paella de lago y montaña“ – eine Paella zwischen See und Bergen.
Darin treffen Zutaten aus unterschiedlichen Welten aufeinander: Juanma verwendet Süßwasserfisch und Lammfleisch und bereitet die Paella mit einer Brühe auf Basis von alicantinischem Salmorejo zu.
Dazu kommen Fenchel, Zwetschgen-Perlen und Sellerie mit Pedro Ximénez Sauce.
Für den letzten Schweizer Akzent sorgt Mostbröckli, eine Schweizer Spezialität aus gepökeltem, geräuchertem und luftgetrocknetem Rindfleisch.

Valencia und die Schweiz treffen sich also in einem einzigen Reisgericht.
Und eigentlich passt das ziemlich gut zu Juanmas Geschichte: ein Valencianer, der heute in der Schweiz lebt und arbeitet und seine beiden Welten auch in der Küche miteinander verbindet.
Ein Traum, der über den Wettbewerb hinausgeht
Die Teilnahme am World Paella Day war für Juanma nicht nur ein Wettbewerb. Sie hätte auch ein weiterer Schritt in Richtung eines persönlichen Traums sein können.
Wenn er den Wettbewerb gewonnen hätte, hätte er gerne ein Catering für kleine Gruppen und besondere Mittag- oder Abendessen aufgebaut.
Eine Idee, die gut zu seiner Vorstellung von Gastronomie passt: gutes Essen, persönliche Betreuung und ein exquisites Essen.
Vielleicht erleben wir also irgendwann eine von Juanmas Paellas bei einem kleinen Abendessen in der Schweiz – oder sogar wieder in Valencia.
Kochen, Fitness, Padel und Familie
Wenn Juanma nicht in der Küche steht, bleibt die Gastronomie trotzdem ein Teil seines Lebens.
Neben anderen Büchern liest er gerne Kochbücher und beschäftigt sich auch in seiner Freizeit mit kulinarischen Themen. Schließlich gibt es in der Küche immer etwas Neues zu lernen.
Zum Ausgleich geht er ins Fitnessstudio und spielt Padel, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt.
Am wichtigsten ist ihm jedoch seine Familie.
Sie steht für Juanma an erster Stelle – und gleichzeitig ist sie das, was er in seinem Leben in der Schweiz am meisten vermisst. Ein neues Land kann viele Möglichkeiten bieten, aber die Entfernung zu den Menschen, die einem wichtig sind, bleibt trotzdem spürbar.
Was Juanma an der Schweiz schätzt
An seinem Leben in der Schweiz schätzt Juanma besonders die Sicherheit und den gut funktionierenden öffentlichen Verkehr.
Vor allem aber ist er dankbar für die Aufnahme, die er erfahren hat, und für die Möglichkeit, heute beruflich das zu tun, was ursprünglich einmal als Hobby begonnen hatte.
Vor einigen Jahren saß Juanma nach seinem Arbeitstag im Homeoffice in seiner Küche und wollte seiner Freundin ein schönes Abendessen zubereiten.
Heute arbeitet er professionell als Koch, ist Chef de Partie in einem renommierten Restaurant und hat die Schweiz beim World Paella Day vertreten.
Mit einer Paella, in der See und Berge, Valencia und die Schweiz zusammenkommen.
Manchmal beginnen große Veränderungen im Leben tatsächlich mit etwas ganz Einfachem: mit dem Wunsch, ein gutes Abendessen zu kochen.
Und vielleicht ist genau das die schönste Seite von Juanma Molinas Geschichte: Aus einem Hobby wurde ein Beruf – und aus einem Valencianer, der zum Kochen in die Schweiz kam, ein Koch, der heute ein Stück Valencia in seine neue Heimat bringt.
Valencia und die Schweiz – auch bei einer Paella vereint
Juanmas Geschichte ist damit auch ein schönes Beispiel für die besondere Verbindung zwischen Valencia und der Schweiz. Denn Menschen nehmen immer ein Stück ihrer Heimat mit, wenn sie in ein anderes Land ziehen.
Und manchmal braucht es dafür gar nicht viel.
Ein bisschen Valencia, ein bisschen Schweiz – und eine Paella.
