Wer an die Costa de Valencia oder die Provinz Castellón denkt, hat vermutlich zuerst Sonne, Strände und das Mittelmeer vor Augen. Doch nur wenige Kilometer landeinwärts wartet eine ganz andere Landschaft: Berge, Wälder, Schluchten und kleine Dörfer, in denen die Zeit scheinbar etwas langsamer vergeht.
Eine schöne Möglichkeit, diese weniger bekannte Seite der Region kennenzulernen, ist die Wanderung zur Burg von Aín, die auch als Castillo de Benalí bekannt ist. Die relativ kurze Tour verbindet Natur und Geschichte und führt zu den Ruinen einer ehemaligen muslimischen Festung mitten in der Sierra de Espadán.
Aín und die Sierra de Espadán
Ausgangspunkt der Wanderung ist Aín, eine kleine Gemeinde in der Provinz Castellón, mitten im Naturraum der Sierra de Espadán.
Das Dorf liegt in einer Berglandschaft mit Schluchten, Wäldern und zahlreichen Quellen. Enge Gassen und traditionelle Häuser verleihen Aín den typischen Charakter eines valencianischen Bergdorfes.
Die Sierra de Espadán gehört zu den bedeutendsten Naturräumen der Provinz Castellón. Besonders charakteristisch sind die ausgedehnten Wälder mit Korkeichen und Pinien, aber auch die zahlreichen Schluchten und Bergtäler.
Wer die Comunidad Valenciana bisher hauptsächlich mit Stränden und Städten verbunden hat, entdeckt hier eine überraschend andere Seite der Region.
Eine kurze Wanderung mit historischem Ziel
Die Route zur Burg beginnt in Aín und kann je nach gewählter Variante als Rundweg oder Hin- und Rückweg gegangen werden.
Für die einfacheren Varianten kann man mit ungefähr 5 Kilometern rechnen. Je nach Streckenführung sind auch Varianten von etwa 5 bis 6 Kilometern möglich.
Der Höhenunterschied beträgt ungefähr 150 bis 170 Höhenmeter. Damit gehört die Wanderung nicht zu den anspruchsvollen Bergtouren.
Wer in gemütlichem Tempo unterwegs ist, sollte für die reine Gehzeit etwa eineinhalb bis zwei Stunden einplanen. Mit Pausen, Fotos und einem Besuch der Burgruinen sind zwei bis drei Stunden eine gute Zeitplanung.
Die Strecke ist insgesamt als leicht bis leicht-mittel einzuschätzen. Technisch schwierige Passagen gibt es nicht, allerdings wird der letzte Abschnitt zur Burg etwas steiler.
Für Wanderer mit normaler Kondition und auch für Familien mit Kindern, die an Spaziergänge und Wanderungen gewöhnt sind, ist die Tour gut geeignet.
Durch Wälder und Schluchten
Schon der Weg ist Teil des Erlebnisses. Die Wanderung führt durch die typische Landschaft der Sierra de Espadán mit Korkeichen, Pinien und mediterraner Vegetation.
Ein Teil der Strecke verläuft in Richtung Barranco de la Caridad, einer der charakteristischen Schluchten der Umgebung.
Gerade hier lohnt es sich, nicht einfach möglichst schnell bis zur Burg zu laufen. Die Landschaft ist ein wesentlicher Bestandteil der Wanderung. Je nach Jahreszeit verändert sich das Erscheinungsbild der Sierra deutlich, und nach einem Regentag wirkt der Wald noch einmal ganz anders.
Die Sierra de Espadán verbindet Natur und Kultur auf besondere Weise. In ihren Tälern und an den Berghängen liegen kleine Dörfer, alte Wege und historische Zeugnisse, die von der langen Besiedlung dieser Landschaft erzählen.
Aín: Ein Dorf, das einen Spaziergang verdient
Auch Aín selbst sollte man nicht nur als Ausgangspunkt der Wanderung betrachten.
Vor oder nach der Tour lohnt sich ein Spaziergang durch das kleine Ortszentrum. Enge Gassen, traditionelle Architektur und Quellen gehören zum besonderen Charakter des Dorfes.
Gerade nach einer Wanderung ist es angenehm, noch etwas durch die Straßen zu schlendern, in Ruhe etwas zu trinken und die Atmosphäre eines valencianischen Bergdorfes auf sich wirken zu lassen.
Wer einen Tagesausflug plant, kann die Wanderung deshalb wunderbar mit einem Besuch von Aín verbinden.
Die Burg von Benalí
Das Ziel der Wanderung ist schließlich die Burg von Benalí, auch Castillo de Aín genannt.
Die Festung geht auf die muslimische Zeit zurück und befindet sich heute größtenteils in Ruinen. Trotzdem sind noch verschiedene Teile der ehemaligen Befestigungsanlage erkennbar.
Ihre erhöhte Lage erklärt auch, warum dieser Ort einst strategisch interessant war. Von der Umgebung der Burg bietet sich ein schöner Blick über die Berge und die Landschaft der Sierra de Espadán.
Nach dem Aufstieg lohnt es sich deshalb, ein wenig Zeit einzuplanen, die Ruinen zu erkunden und vor allem den Blick über die Landschaft zu genießen.
Vielleicht ist genau dieser Moment der schönste Teil der Wanderung: Man steht zwischen den Resten einer jahrhundertealten Festung, blickt über die bewaldeten Berge und kann sich vorstellen, wie anders diese Landschaft vor vielen Jahrhunderten ausgesehen haben muss.
Praktische Informationen zur Wanderung
- Entfernung: etwa 5 km, je nach Variante.
- Höhenunterschied: ungefähr 150–170 Höhenmeter.
- Gehzeit: etwa 1,5 bis 2 Stunden.
- Gesamtdauer: ungefähr 2 bis 3 Stunden mit Pausen und Besichtigung.
- Schwierigkeitsgrad: leicht bis leicht-mittel.
- Streckenart: Rundweg oder Hin- und Rückweg, abhängig von der gewählten Variante.
Ausgangspunkt: Aín.
Landschaft: Sierra de Espadán und Barranco de la Caridad.
Was sollte man mitnehmen?
Auch wenn es sich um eine relativ kurze Wanderung handelt, sollte man nicht vergessen, dass man sich in einer Bergregion befindet.
Gutes Schuhwerk mit einer griffigen Sohle ist empfehlenswert. Dazu gehören ausreichend Wasser, etwas Proviant, Sonnenschutz und – vor allem in den Sommermonaten – eine Kopfbedeckung.
Ein Smartphone mit ausreichend Akku ist nicht nur für Fotos praktisch, sondern kann unterwegs auch bei der Orientierung helfen.
Vor dem Start sollte man außerdem die Wettervorhersage überprüfen. Nach stärkeren Regenfällen können einzelne Abschnitte rutschig sein.
Und selbstverständlich gilt auch hier: Die Natur und das historische Erbe respektieren, keinen Müll zurücklassen und die Vegetation nicht beschädigen.
Anreise nach Aín
Der Ausgangspunkt der Wanderung befindet sich in Aín. Am Ortseingang gibt es Bereiche, in denen man das Auto abstellen kann.
Von dort geht es zunächst durch den Ort und anschließend zu den Wanderwegen in Richtung Barranco de la Caridad und Castillo de Benalí.
Da es unterschiedliche Varianten der Wanderung gibt, sollte man sich vor dem Start über den aktuellen Wegverlauf und die vorhandene Beschilderung informieren.
Von Castellón de la Plana: Die Anfahrt führt über die Straßen ins Landesinnere der Sierra de Espadán, unter anderem über den Bereich von Eslida, bevor man Aín erreicht.
Von Valencia: Von Valencia fährt man zunächst in Richtung Castellón und anschließend weiter ins Landesinnere zur Sierra de Espadán und nach Aín.
Eine kleine Auszeit in einer anderen Welt
Die Wanderung zum Castillo de Benalí ist keine spektakuläre Hochgebirgstour. Gerade das macht ihren Reiz aus.
Man braucht weder einen ganzen Tag noch besondere Bergerfahrung. Ein paar Stunden reichen, um durch die Wälder der Sierra de Espadán zu wandern, ein valencianisches Bergdorf kennenzulernen und die Ruinen einer ehemaligen muslimischen Festung zu entdecken.
Wer die Comunidad Valenciana einmal abseits der bekannten Küstenorte erleben möchte, findet in Aín eine wunderbare kleine Auszeit: Berge statt Strand, Korkeichen statt Palmen und eine alte Burg statt Hotelkulisse.
Und vielleicht ist genau das die schönste Überraschung – dass die Region Valencia nur wenige Kilometer vom Meer entfernt plötzlich ganz anders aussehen kann.






