La Casa de Blasco Ibáñez-infosvalencia

Ein Spaziergang durch die Architektur Valencias.

Valencia ist eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt – und dabei immer wieder den Blick nach oben richtet. Ihre Architektur erzählt die Geschichte einer Stadt, die seit Jahrhunderten offen ist für Handel, Kultur und das Mittelmeer.

Hier treffen historische Gebäude auf moderne Architektur, Tradition auf Avantgarde. Von gotischen Palästen und modernistischen Markthallen bis hin zu futuristischen Bauwerken bietet Valencia einen abwechslungsreichen architektonischen Streifzug.

Dieser Spaziergang durch die Architektur Valencias stellt einige der bedeutendsten Gebäude der Stadt vor und lädt dazu ein, Valencia durch seine Baukunst kennenzulernen.

Unverzichtbare Bauwerke der Architektur in Valencia

Das Haus von Blasco Ibáñez

Das Haus von Vicente Blasco Ibáñez befindet sich an der Strandpromenade der Malvarrosa, ganz in der Nähe der Patacona. Der Schriftsteller ließ diese Villa im Jahr 1902 errichten, zu einer Zeit, als dieses Gebiet noch weit vom damaligen Stadtzentrum entfernt lag.

Schon bei seiner Errichtung fiel das Gebäude durch seine Galerie mit eleganten Karyatiden auf – ein architektonisches Detail, das nach dem Bürgerkrieg verschwand.

In den 1990er-Jahren befand sich das Haus in einem sehr schlechten Zustand, nachdem es jahrzehntelang vernachlässigt und zeitweise illegal bewohnt worden war. Schließlich entschied sich die Stadt Valencia für einen Wiederaufbau nach den Originalplänen, wodurch die charakteristische Fassade ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückerhielt.

Heute beherbergt das Gebäude das Blasco-Ibáñez-Hausmuseum mit einer Dauerausstellung über Leben und Werk des Autors sowie wechselnden Sonderausstellungen.

Umgeben von einem mediterranen Garten wirkt es wie eine kleine Oase der Ruhe inmitten einer belebten Gegend. Seine exotische und ungewöhnliche Architektur hebt sich deutlich von der traditionellen valencianischen Bauweise ab.

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Die Plaza Redonda

Mitten im historischen Zentrum Valencias liegt einer der ungewöhnlichsten Plätze der Stadt: die Plaza Redonda. Ihr Name ist Programm, denn sie bildet einen vollständig kreisförmigen Platz, umgeben von Wohngebäuden und mit einem traditionellen Brunnen im Zentrum.

Die Plaza Redonda wurde in den 1830er-Jahren als Handelsplatz konzipiert und erfüllt diese Funktion bis heute. In den Erdgeschossen der Gebäude befinden sich kleine Geschäfte, während rund um den Brunnen Verkaufsstände mit Souvenirs und verschiedenen Produkten aufgebaut sind.

In den letzten Jahren wurde der Platz mehrfach umgestaltet, bis er sein heutiges Erscheinungsbild erhielt: geordnet angeordnete Marktstände im inneren Ring und moderne Glasüberdachungen, die den Platz zeitgemäß wirken lassen, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Das Gebäude der Banco de Valencia

Zu den eindrucksvollsten Entdeckungen gehört das Gebäude der Banco de Valencia, ein monumentaler neobarocker Bau aus den 1940er-Jahren.

Das Projekt wurde von mehreren valencianischen Architekten entworfen und im Laufe der Zeit mehrfach verändert, bis schließlich eine moderne Interpretation der barocken Bautradition Valencias entstand.

Die dreieckige Grundform des Gebäudes, angepasst an eine abgerundete Straßenecke, verleiht ihm eine besondere Präsenz. Die beiden unteren Stockwerke bilden einen massiven Sockel mit großen Säulen, über dem sich weitere acht Etagen erheben.

Besonders auffällig ist der obere Bereich, der reich mit blau-gelben Keramikelementen verziert ist und an die traditionelle valencianische Fliesenkunst erinnert. Gekrönt von einem kleinen Tempelbau zählt das Gebäude vor allem bei Sonnenuntergang zu den markantesten Bauwerken im Stadtbild.

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Die Seidenbörse (Lonja de la Seda)

Die Lonja de la Seda ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Valencias und ein Symbol für die große wirtschaftliche Bedeutung der Stadt in vergangenen Jahrhunderten.

Seit 1996 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der gotischen Zivilarchitektur Europas.

Besonders berühmt ist der große Handelssaal mit seinen gedrehten Säulen, doch auch die Fassaden und der Innenhof mit ihren dekorativen Medaillons lohnen einen genaueren Blick.

Ein besonders stimmungsvoller Ort ist die obere Terrasse neben den Zinnen, von der aus man die angrenzende Straße überblickt und sich leicht in frühere Zeiten zurückversetzen lassen kann.

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Der Mercado Central und der Mercado de Colón

Diese beiden Markthallen sind herausragende Beispiele für die Eisenarchitektur und den valencianischen Modernismus.

Der Mercado Central beeindruckt durch seine Größe, seine lichtdurchflutete Gestaltung und die markante Kuppel, die mit typischen Orangenmotiven geschmückt ist – ein klares Symbol für die Identität Valencias.

Der Mercado de Colón hingegen besticht durch seine aufwendige Restaurierung, bei der die ursprünglichen Farben und dekorativen Elemente wiederhergestellt wurden. Besonders auffällig sind die ornamentalen Details wie die Knoblauchgirlanden, die sich entlang der Fassaden ziehen.

Beide Märkte spiegeln den Einfluss des katalanischen Modernismus wider und sind lebendige Orte, an denen Architektur und Alltagsleben aufeinandertreffen.

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Der Palast der Marqueses de Dos Aguas

Die Fassade dieses barocken Palastes ist schlichtweg beeindruckend. Die monumentalen Atlanten, die den Eingang flankieren, machen das Gebäude zu einem der spektakulärsten architektonischen Ensembles des 18. Jahrhunderts, auch wenn seine Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen.

Heute befindet sich im Inneren das Nationale Keramik- und Kunstgewerbemuseum. Ein Besuch lohnt sich nicht nur wegen der Sammlungen, sondern auch wegen des Palastes selbst, der als Bauwerk ein wahres Kunstwerk darstellt.

Die Stadt der Künste und der Wissenschaften

Bei einem architektonischen Rundgang durch Valencia darf die Stadt der Künste und der Wissenschaften nicht fehlen.

Der futuristische Komplex von Santiago Calatrava ist zum Symbol des modernen Valencia geworden. Seine monumentalen Formen stehen gleichermaßen für Innovation, Vision und die architektonischen Exzesse des 21. Jahrhunderts.

Auch wenn diese Gebäude nicht zu meinen persönlichen Favoriten zählen, ist ihr visueller Eindruck unbestreitbar und ihre Bedeutung für das heutige Stadtbild Valencias enorm.

Der Palast der Generalitat

Der Palast der Generalitat ist ein hervorragendes Beispiel für die Architektur des 15. Jahrhunderts. Besonders der östliche Turm zeigt den stilistischen Übergang von der Gotik zur Renaissance, mit dekorativen Elementen, die aus Italien übernommen wurden.

Trotz umfangreicher Restaurierungen vermittelt das Gebäude noch heute einen sehr guten Eindruck der Architektur seiner Zeit und bildet einen würdigen Abschluss dieses Spaziergangs durch die Geschichte und Architektur Valencias.

Dieser Rundgang durch die Architektur Valencias zeigt nur einen kleinen Teil des reichen baulichen Erbes der Stadt.

In nahezu jedem Viertel, auf jeder Straße und an jeder Ecke lassen sich weitere Gebäude entdecken, die von der Vergangenheit und der Gegenwart Valencias erzählen.

Am schönsten ist es, die Stadt ohne Eile zu erkunden, sich treiben zu lassen und die Architektur als lebendigen Teil des urbanen Lebens zu erleben.

Denn in Valencia wird Architektur nicht nur betrachtet – sie wird gelebt.