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Wenn es einen Moment gibt, der selbst die Gefasstesten zu Tränen rührt, dann ist es die Blumenspende.

Am 17. und 18. März, jeweils von 15:30 Uhr bis gegen Mitternacht, verwandelt sich Valencia in einen endlosen Strom aus Menschen, der sich voller Hingabe in Richtung Plaza de la Virgen bewegt – zur Virgen de los Desamparados.

Für jede Fallera und jeden Fallero ist die Teilnahme an der Ofrenda einer der bedeutendsten Augenblicke ihres Festlebens.

Doch die Bedeutung reicht weit darüber hinaus. Die Verehrung der „Geperudeta“ – so nennen die Valencianer ihre Schutzpatronin liebevoll – ist tief in der Identität dieser Region verwurzelt. Sie ist Tradition, Gefühl und generationsübergreifende Verbundenheit.

An zwei Nachmittagen ziehen sämtliche Fallas-Kommissionen der Stadt sowie zahlreiche Gruppen aus dem Umland und der gesamten Provinz durch die Straßen. In kunstvollen Trachten, begleitet von Musik und Applaus, entsteht ein eindrucksvolles Schauspiel aus Farben, Stoffen und Blüten. Ganz Valencia scheint innezuhalten, um diesem bewegenden Zug beizuwohnen.

Auf der Plaza de la Virgen erwartet sie eine monumentale Nachbildung der Geperudeta. Ihr Mantel ist zunächst leer – doch nach und nach wird er mit tausenden Nelken geschmückt.

Jede einzelne Blume wird von einem erfahrenen Team entgegengenommen, das die Sträuße sorgfältig und mit großer Präzision an der riesigen Konstruktion befestigt.

So wächst Schritt für Schritt ein beeindruckender Blumenteppich, der am Ende in harmonischen Farben erstrahlt.

Das fertige Bild ist atemberaubend. Doch noch berührender ist es, mitzuerleben, wie dieses Kunstwerk entsteht – Blume für Blume, Geste für Geste.

Zwar führt der Festzug durch viele Stadtviertel, doch der bewegendste Abschnitt ist der letzte Weg: Wenn die Kommissionen über die Calle San Vicente und die Calle de la Paz auf die Plaza de la Virgen zulaufen, liegt eine spürbare Spannung in der Luft. Beim Betreten des Platzes, im Angesicht der überlebensgroßen Patronin, können viele ihre Tränen nicht zurückhalten.

Es ist ein stiller, intensiver Moment mitten im Trubel.

Die Blumenspende beginnt an beiden Tagen um 15:30 Uhr und endet gegen Mitternacht – wobei ein Umzug mit zehntausenden Teilnehmenden zeitlich leicht variieren kann.

Und kaum klingt die letzte Emotion ab, erhellt sich der Himmel erneut: Um Mitternacht findet im Jardín del Turia am 17. März ein großes Feuerwerk statt, am 18. März folgt die spektakuläre Nit del Foc – ein leuchtender Höhepunkt, der die Nacht in ein Meer aus Licht taucht.

Die Ofrenda lässt sich schwer in Worte fassen. Man muss sie erleben.

Denn erst vor Ort versteht man, warum sie als das tiefste, bewegendste Herz der Fallas gilt.