Wandern und Natur

Calpe: Mehr als Strände am Fuß des Peñón de Ifach

Sonne, türkisblaues Meer und ein imposanter Felsen, der scheinbar direkt aus dem Mittelmeer aufragt: Calpe gehört zu den bekanntesten Urlaubsorten an der Costa Blanca.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Peñón de Ifach, eine gewaltige Felsformation, die das Küstenbild prägt und von vielen Aussichtspunkten aus zu sehen ist.

Die langen Sandstrände, die Promenaden und der Fischerhafen locken jedes Jahr zahlreiche Urlauber an.

Besonders im Sommer kann es allerdings schwierig werden, am Wasser noch ein ruhiges Plätzchen zu finden.

Doch Calpe hat weit mehr zu bieten als Sonne und Strand. In der Altstadt erzählen historische Mauern von früheren Zeiten, am Meer liegen die Überreste einer römischen Siedlung, und in den Salinen lassen sich mit etwas Glück Flamingos beobachten.

Wer sich ein wenig vom Trubel der Strandpromenaden entfernt, entdeckt einen Ort mit viel Geschichte, maritimer Tradition und überraschend vielfältigen Landschaften.

Es lohnt sich also, Calpe nicht nur als Badeziel zu betrachten, sondern die Stadt und ihre Umgebung in aller Ruhe kennenzulernen.

Der Peñón de Ifach: Calpes unverwechselbares Wahrzeichen

Mit einer Höhe von 332 Metern ist der Peñón de Ifach das wohl bekannteste Wahrzeichen von Calpe.

Der mächtige Kalksteinfelsen ragt weit ins Meer hinein und trennt die beiden Buchten der Stadt.

Ob vom Strand, vom Hafen oder von der Promenade aus: Seine markante Silhouette gehört einfach zu Calpe.

Der Felsen und seine Umgebung stehen als Naturpark unter Schutz. An den steilen Felswänden leben verschiedene Vogelarten, während die Gewässer rund um das Kap bei Tauchern und Schnorchlern beliebt sind.

Auch die Aussicht auf die Küste macht den Peñón zu einem lohnenden Ausflugsziel.

Wer gerne wandert, kann den Aufstieg in Richtung Gipfel in Angriff nehmen.

Dabei sollte man allerdings nicht unterschätzen, dass der Weg stellenweise anspruchsvoll ist.

Festes Schuhwerk, ausreichend Wasser und Sonnenschutz gehören unbedingt ins Gepäck. Der Zugang zur Aufstiegsroute ist reglementiert und muss im Voraus reserviert werden.

Informiere dich deshalb vor der Tour auf der offiziellen Website des Naturparks über die aktuellen Bedingungen und verfügbaren Plätze.

Wer es lieber gemütlich mag, kann den ökologischen Wanderweg Princesa de Asturias nutzen. Er verläuft am Meer entlang am Fuß des Felsens und bietet schöne Ausblicke, ohne dass man bis zum Gipfel aufsteigen muss.

Strände für jeden Geschmack

Calpe bietet sowohl weitläufige Stadtstrände als auch kleinere, felsige Buchten. Zu den bekanntesten gehören Arenal-Bol und La Fossa beziehungsweise Levante.

Beide verfügen über lange Sandstrände, Promenaden, Restaurants und verschiedene Einrichtungen für einen entspannten Badetag.

Der Strand Arenal-Bol liegt nahe am Stadtzentrum. Hier lassen sich ein paar Stunden am Meer wunderbar mit einem Bummel durch die Altstadt oder einem Besuch des Hafens verbinden. La Fossa befindet sich auf der anderen Seite des Peñón de Ifach und begeistert ebenfalls mit einem breiten Strand und einem beeindruckenden Blick auf den Felsen.

Etwas anders präsentiert sich der Strand Cantal Roig in der Nähe des Fischerhafens.

Wer lieber zwischen Felsen badet oder mit Maske und Schnorchel die Unterwasserwelt erkunden möchte, kann sich auch die Gegend um El Racó oder Les Bassetes ansehen.

Die kleinen Buchten sind nicht immer so bequem wie die großen Sandstrände, belohnen Besucher aber mit einer reizvollen Küstenlandschaft.

In der Hochsaison hängt die Suche nach einem ruhigen Platz stark von der Uhrzeit und dem gewählten Strand ab. Früh aufzubrechen und ein paar Schritte mehr zu gehen, kann sich lohnen.

Für felsige Küstenabschnitte empfiehlt sich geeignetes Schuhwerk – das Mittelmeer ist zwar verlockend, aber die Steine können rutschig sein.

Cala del Penyal: ein kleines Naturparadies am Felsen

Direkt am Fuß des Peñón de Ifach liegt die Cala del Penyal, ein kleiner felsiger Küstenabschnitt mit klarem Wasser. Hier gibt es keinen breiten Sandstrand und keine dicht aneinandergereihten Strandlokale.

Stattdessen bestimmen das Meer, die Felswände und der Kontrast zwischen hellem Gestein und tiefblauem Wasser das Bild.

Der Zugang erfolgt über einen Pfad an der Nordseite des Felsens. Der Weg kann uneben und stellenweise schwierig sein.

Deshalb sollte man aufmerksam gehen und den Abstieg bei ungünstigen Bedingungen lieber vermeiden. Da es sich um felsiges Gelände handelt, sind Schuhe mit gutem Halt empfehlenswert.

Die Bucht ist für ihre naturnahe Umgebung und ihre Möglichkeiten zum Tauchen bekannt.

Sie gilt zudem als FKK-Bereich. Vor dem Besuch empfiehlt es sich, die aktuellen Hinweise der Stadtverwaltung zu Zugang und Einrichtungen zu überprüfen. Wer einen bequem erreichbaren Strand mit umfassender Infrastruktur sucht, ist hier weniger gut aufgehoben. Naturliebhaber können dagegen eine ganz andere Seite der Küste kennenlernen.

Wie überall in geschützten Naturräumen gilt: Abfälle wieder mitnehmen, Tiere und Pflanzen respektieren und empfindliche Unterwasserlebensräume nicht beschädigen.

Ein Spaziergang durch die Altstadt von Calpe

Nach dem Strandbesuch ist es Zeit, die Badehose gegen bequeme Schuhe zu tauschen und den historischen Stadtkern zu erkunden.

Die Altstadt erinnert an eine Zeit, in der sich die Bewohner gegen Überfälle vom Meer schützen mussten und Calpe teilweise von einer Stadtmauer umgeben war.

Ein besonders fotogener Ort ist die Calle Puchalt, deren Treppen in den Farben der spanischen Flagge gestaltet sind.

Bunte Fassaden, Blumentöpfe und kleine Gassen verleihen dem Viertel einen mediterranen Charme. Wer langsam durch die Straßen schlendert, entdeckt immer wieder hübsche Winkel und kleine Plätze.

Zu den historischen Sehenswürdigkeiten gehört der Torreó de la Peça, ein Teil der früheren Befestigungsanlagen. Heute befindet sich darin das Museo del Coleccionismo, das verschiedene Sammlungen und Ausstellungsstücke präsentiert.

Einen Besuch verdient auch die alte Kirche aus dem 15. Jahrhundert.

Sie wurde im gotischen Stil mit Mudéjar-Einflüssen errichtet und entstand auf dem Gelände einer älteren Kapelle. In der Nähe steht die Pfarrkirche Nuestra Señora de las Nieves, die ebenfalls zum historischen Zentrum gehört.

Weitere Spuren der Stadtgeschichte finden sich am Forat de la Mar, einer Öffnung im ehemaligen Mauerring, sowie bei der alten Rathausanlage, die heute als Ausstellungsraum genutzt wird.

Auch die Ermita de San Salvador gehört zu den Orten, die man bei einem Rundgang entdecken kann.

Die Geschichte der Befestigungen ist eng mit den Gefahren verbunden, denen Küstenorte früher ausgesetzt waren. Heute sind die alten Mauern und Türme stille Zeugen dieser Vergangenheit.

Besonders am späten Nachmittag, wenn die Gassen lebendiger werden und sich die Terrassen füllen, zeigt sich die Altstadt von ihrer schönsten Seite.

Los Baños de la Reina: auf den Spuren der Römer

Zwischen dem Stadtzentrum und dem Hafen liegt eine der interessantesten archäologischen Stätten von Calpe: Los Baños de la Reina, die sogenannten „Bäder der Königin“. Schon der Name klingt nach einer alten Legende – und tatsächlich erzählt man sich seit Generationen eine Geschichte über diesen Ort.

Der Überlieferung nach soll eine maurische Königin hier in natürlichen Becken gebadet haben.

Geheimgänge hätten sie angeblich bis zu ihrem Palast geführt. Die archäologischen Funde zeichnen jedoch ein anderes, nicht minder spannendes Bild.

Die Anlage gehört zu einer römischen Küstensiedlung. Erhalten sind unter anderem Überreste von Wohngebäuden, Badeanlagen und Einrichtungen, die mit der Fischerei in Verbindung gebracht werden.

Die großen, in den Fels gearbeiteten Becken am Meer werden häufig als Fischbehälter gedeutet, in denen lebende Fische aufbewahrt wurden.

Eine andere mögliche Nutzung als Wasser- oder Ziergarten ist ebenfalls diskutiert worden.

Fischfang und Salzgewinnung spielten an diesem Küstenabschnitt eine wichtige wirtschaftliche Rolle.

Der Handel trug zur Entwicklung der Siedlung bei. Heute geben die archäologischen Spuren einen faszinierenden Einblick in das Leben am Mittelmeer vor fast zweitausend Jahren.

Die Fundstätte liegt direkt an der Küste und lässt sich gut in einen Spaziergang zwischen Hafen und Strand einbauen.

Vor dem Besuch solltest du dich bei der Stadtverwaltung über aktuelle Zugangsmöglichkeiten und eventuell angebotene Führungen informieren.

Wer mehr über die Geschichte der Region erfahren möchte, kann außerdem das Museo de Historia de Calp besuchen.

Dort werden Funde aus unterschiedlichen Epochen gezeigt, von der Bronzezeit und der iberischen Kultur bis zur römischen und mittelalterlichen Vergangenheit.

Die Salinen: Flamingos mitten in der Stadt

Mitten in einer touristisch geprägten Umgebung einen wertvollen Feuchtlebensraum zu finden, ist eine der besonderen Überraschungen von Calpe.

Die Salinen erinnern an die frühere Salzgewinnung, die über Jahrhunderte eng mit der Fischerei und dem Leben an der Küste verbunden war.

Obwohl die industrielle Salzgewinnung hier eingestellt wurde, besitzt das Gebiet weiterhin einen hohen ökologischen Wert. Es dient zahlreichen Vogelarten als Lebensraum oder Rastplatz.

Besonders auffällig sind die Flamingos, die man je nach Jahreszeit und Bedingungen in Gruppen beobachten kann.

Auch andere Wasservögel, darunter Reiher und verschiedene Möwenarten, sind in diesem Feuchtgebiet anzutreffen.

Ein Besuch lohnt sich besonders für Naturfreunde und Hobbyfotografen. Von den zugänglichen Bereichen aus lässt sich die Vogelwelt beobachten, und zugleich eröffnet sich ein schöner Blick auf den Peñón de Ifach.

So wird aus einem Spaziergang zwischen Strand und Stadtzentrum eine kleine Entdeckungstour in die Natur.

Bitte halte Abstand zu den Tieren, vermeide unnötigen Lärm und bleibe auf den dafür vorgesehenen Wegen. Gerade weil die Salinen von städtischen Bereichen umgeben sind, ist der Schutz dieses Lebensraums besonders wichtig.

Architektur und maritimes Erbe: Calpe von einer anderen Seite

Calpe verbindet historische Tradition mit moderner Architektur. Im Bereich La Manzanera stehen mehrere Gebäude des Architekten Ricardo Bofill, darunter die bekannte Muralla Roja und das Wohngebäude Xanadú.

Mit ihren geometrischen Formen und kräftigen Farben bilden sie einen spannenden Kontrast zur mediterranen Landschaft und sind zu bekannten Motiven der modernen Architektur geworden.

Da es sich um Wohngebäude handelt, sollten Besucher die Privatsphäre der Bewohner respektieren.

Am besten bewundert man die Architektur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.

Wer das traditionelle Calpe erleben möchte, sollte auch einen Spaziergang durch den Fischerhafen einplanen. Hier zeigt sich die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Meer. Boote, Fischereibetrieb und Restaurants mit Fischgerichten und Reis-Spezialitäten erinnern daran, dass Calpe nicht nur vom Tourismus geprägt wurde.

Eine schöne Idee für den späten Nachmittag: erst am Hafen entlangspazieren, anschließend durch die engen Gassen der Altstadt schlendern und den Tag bei einem guten Essen ausklingen lassen.

So lernt man gleich zwei unterschiedliche Seiten des Ortes kennen.

Anreise nach Calpe

Calpe liegt in der Region Marina Alta in der Provinz Alicante, an der Costa Blanca. Die Entfernung zum Flughafen Alicante-Elche beträgt ungefähr 70 Kilometer, zum Flughafen Valencia sind es rund 125 Kilometer.

  • Mit dem Auto: Calpe ist je nach Ausgangspunkt über die Autobahn AP-7 und die Nationalstraße N-332 erreichbar. In den Sommermonaten sollte man zusätzliche Fahrzeit einplanen. Auch die Parkplatzsuche in Strandnähe kann in der Hochsaison anspruchsvoll sein.
  • Mit dem Bus: Regelmäßige Busverbindungen verbinden Calpe mit verschiedenen Orten in der Provinz Alicante und weiteren Reisezielen. Informiere dich vor der Fahrt über die aktuellen Strecken und Fahrpläne der jeweiligen Anbieter.
  • Mit der Straßenbahn: Calpe ist an das Schmalspurbahnnetz des TRAM d’Alacant zwischen Alicante und Dénia angeschlossen. Prüfe vorab die aktuellen Verbindungen und Fahrzeiten sowie die Strecke bis zu deiner Unterkunft oder deinem gewünschten Ausflugsziel.

Innerhalb des Ortes lassen sich das Zentrum, Teile der Altstadt, der Hafen und die Promenaden gut zu Fuß erkunden.

Für weiter entfernte Wohngebiete, Buchten oder Ausflugsziele können ein örtliches Verkehrsmittel, ein Taxi oder ein Mietwagen praktisch sein.

Übernachten in Calpe: Wo wohnt es sich am schönsten?

Calpe verfügt über ein vielfältiges Unterkunftsangebot. Welche Lage am besten passt, hängt davon ab, wie du deinen Urlaub gestalten möchtest.

Wer möglichst viel Zeit am Meer verbringen möchte, findet rund um Arenal-Bol und La Fossa Hotels und Ferienwohnungen in der Nähe der Strände, Restaurants und Promenaden.

Wer es etwas traditioneller mag, kann nach einer Unterkunft im Zentrum oder in der Nähe der Altstadt suchen.

Von dort aus lassen sich die historischen Gassen und der Hafen bequem zu Fuß erkunden.

Daneben gibt es Ferienapartments, Villen und Campingplätze – interessante Möglichkeiten für Familien, längere Aufenthalte oder alle, die gerne unabhängiger wohnen.

Einige Wohngebiete liegen allerdings weiter vom Strand und vom Zentrum entfernt. Deshalb lohnt es sich, die genaue Lage vor der Buchung auf einer Karte zu überprüfen.

Im Sommer und an verlängerten Wochenenden empfiehlt es sich, frühzeitig zu reservieren.

Außerhalb der Hauptsaison lässt sich Calpe oft entspannter erleben, und mehrere Übernachtungen bieten genügend Zeit, Strandtage mit Ausflügen, Spaziergängen und kulturellen Entdeckungen zu verbinden.

Auf der offiziellen Tourismuswebsite von Calpe findest du Informationen zu Unterkünften und kannst nach passenden Übernachtungsmöglichkeiten suchen.

Häufige Fragen zu Calpe

Wofür ist Calpe besonders bekannt?

Das Wahrzeichen ist der Peñón de Ifach, der markante Felsen am Meer. Darüber hinaus ist Calpe für seine Strände, die historische Altstadt, die römischen Überreste von Los Baños de la Reina und die Salinen mit ihren Flamingos bekannt.

Kann man den Peñón de Ifach besteigen?

Ja, es gibt einen Wanderweg in Richtung Gipfel. Der Zugang zur Aufstiegsroute ist jedoch reglementiert und muss im Voraus reserviert werden. Informiere dich vor der Tour über die offiziellen Bestimmungen und verfügbare Plätze. Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser sind wichtig.

Lohnt sich Calpe auch außerhalb des Sommers?

Auf jeden Fall. Außerhalb der Hochsaison kannst du die Altstadt erkunden, die römische Geschichte kennenlernen, Vögel an den Salinen beobachten und die Küste oft in einer ruhigeren Atmosphäre erleben. Wetter und Meeresbedingungen sind allerdings je nach Jahreszeit unterschiedlich.

Wie viele Tage sollte man für Calpe einplanen?

An einem Tag lassen sich einige der bekanntesten Sehenswürdigkeiten entdecken. Zwei bis drei Tage bieten mehr Zeit, um Strand, Altstadt, Natur und Geschichte miteinander zu verbinden. Wer zusätzlich wandern oder die umliegenden Orte erkunden möchte, kann den Aufenthalt verlängern.

Gibt es in Calpe ruhigere Buchten?

Neben den großen Stadtstränden gibt es kleinere, felsige Küstenabschnitte, beispielsweise bei El Penyal oder El Racó. Zugang, Ausstattung und Bedingungen unterscheiden sich von Bucht zu Bucht. Deshalb empfiehlt es sich, sich vor dem Besuch über die aktuellen Hinweise der Stadt zu informieren.

Calpe ist viel mehr als das berühmte Fotomotiv des Peñón de Ifach vor blauem Himmel.

Die Stadt verbindet römische Geschichte mit maritimer Tradition, lebendige Gassen mit geschützten Naturräumen und lange Sandstrände mit kleinen felsigen Buchten.

Und natürlich gehört auch ein kulinarischer Genuss dazu: Setz dich auf eine Terrasse, probiere einen guten Reis mit mediterranen Zutaten und genieße den Abend, während das Licht über dem Mittelmeer langsam weicher wird.

So schmeckt ein Urlaub an der Costa Blanca!

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